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Luftbild des Monats Dezember:
"Sich verfranzen" – woher stammt dieser Ausdruck?

Fotoplatte, 1930er Jahre

Wer sich verirrt, wird vielleicht erzählen, dass er oder sie sich "verfranzt" hat. Dieser Ausdruck stammt ursprünglich aus der Fliegersprache des Ersten Weltkrieges. Damals wurden häufig Doppeldeckerflugzeuge verwendet, um von einem Ort zum anderen zu fliegen.
Die Besatzung von zweisitzigen Flugzeugen bestand in den Anfängen der Luftbildfotografie aus dem Piloten "Emil" – egal ob der Pilot Emil hieß oder nicht – und einem Flugbeobachter "Franz", der für die Aufnahme von Luftbildern verantwortlich war. Die Aufgabe von Franz war es auch, dem Piloten Emil zu sagen, wohin er zu fliegen hatte. Franz hatte dazu eine Landkarte, die er richtig lesen und interpretieren musste. Seine Erkenntnisse musste er Emil so vermitteln, dass dieser mit dem Flugzeug die richtige Route fand. Es gab Tage, an denen alles klappte, aber es gab auch Tage, an denen Emil sich verflog, weil Franz sich mit der Karte vertan hatte. So entstand der Ausdruck "sich verfranzen", was sich umgangssprachlich als Synonym für "sich verirren", "die Orientierung verlieren" eingebürgert hat.
Die Aufnahme der Bayerischen Vermessungsverwaltung zeigt den Flugbeobachter "Franz" mit einer Handkamera bei der Aufnahme von Luftbildern.


NEU: Freitags-Führungen

Ab November bieten wir jeden Freitag eine spannende 30-minütige Kurzführung durch die Dauerausstellung im Bayerischen Landesluftbildzentrum.
Anschließend haben Sie Zeit, selbständig Luftbilder zu recherchieren oder die Ausstellung zu erkunden.
Jeden Freitag von 15:30 bis 16:00 Uhr (außer an Feiertagen).
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Eintritt ist frei.

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